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Hintergrundinformationen zu den “Eranos-Tagungen”

 

 

Am 15. Juni 2011 gab es hier:

 

http://www.eranos.org/content/html/start_deutsch.html

 

diese Texte:

 

ERANOS ist ein geistiges Fest, zu dem die Eingeladenen Eigenes mitbringen, eine Rede zum Beispiel, oder ein Lied, einen Trunk, oder auch und nicht zuletzt die Offenheit, beim gemeinsamen Gespräch in der Runde schöpferisch zu improvisieren. Dies hatte der Religionswissenschaftler Rudolf Otto im Sinn, als er der Initiatorin der Eranos-Tagungen in Ascona (Tessin), der Holländerin Olga Froebe-Kapteyn, den Namen ERANOS für jenes geistige und zivilisatorische Abenteuer vorschlug, welches ihr vor mehr als 80 Jahren vorschwebte, und sie dann auch 1933, in diesem Jahr, begann. Gelehrte ganz verschiedener Herkunft und Ausrichtung versammeln sich für eine bestimmte Zeit, acht Tage lang, leben zusammen an einem Ort und sprechen, jede(r) zwei Stunden lang in einem Vortrag über das, was er oder sie aus eigener Inspiration zu einem zuvor allgemein gestellten Thema sagen möchte. "Yoga und Meditation im Osten und Westen" lautete das Thema im ersten Jahr von ERANOS; in den folgenden Jahren sprachen die Teilnehmer an der Table Ronde über Themen wie "Gestalt und Kult der Großen Mutter", "Die Mysterien", "Aus der Welt der Urbilder" oder "Der Mensch und das Schöpferische".

Wer hätte 1933 geglaubt, daß die ERANOS-Tagungen in Ascona von da an Jahr für Jahr (mit einer Unterbrechung: 1989) stattfinden und in neuester Zeit zu Themen wie "Strukturen des Chaos" (1991), "Macht des Wortes" (1993), "Die Wahrheit der Träume" (1995) und die "Die Sprache der Masken" (1998) fortgesetzt würden? Und wer hätte gedacht, daß sich ERANOS in einer außerordentlichen kulturellen und methodischen Diversität der Disziplinen – Vergleichende Religionswissenschaft, Sinologie, Islamistik, Ägyptologie, Chemie, Biologie, Physik, Mythenforschung, Indologie, Literaturwissenschaft, Politische Wissenschaften, Philosophie, Zen-Buddhismus, Mystik, Kabbala, Neuplatonismus, Gnosis, ... – entfalten und gerade darin das Eine des menschlichen Geistes in seiner Vielfalt lebendig machen würde?

Das Leben von ERANOS kommt aus der inspirierten Wissenschaft seiner Redner. Bei deren Auswahl folgte Olga Froebe-Kapteyn einer klaren Vorstellung. Wer bei ERANOS rede, "schaut in die Fülle seiner inneren Gesichte und sucht sie in einer wissenschaftlichen Form zu bändigen". Diese Verbindung von imaginativ-schöpferischem und streng wissenschaftlichem Denken blieb für ERANOS das gültige Prinzip. Daraus erklärt sich vielleicht, warum ERANOS die in ihren Gebieten besonders innovativen Gelehrten anzog.

Mircea Eliade schrieb zu ERANOS: "On peut rapprocher cette forme de création culturelle de certains 'cercles' de la Renaissance italienne ou du Romantisme allemand". Wer einmal die Geschichte von ERANOS schreiben wird, wird über diese oder eine ähnliche Gedankenverbindung dann mehr sagen können. Aber man geht gewiß nicht fehl, wenn man jetzt schon sagt, daß seit nunmehr 70 Jahren mit einer ERANOS-Tagung immer wieder das Wunder geschieht: die Entstehung eines Kosmos von Wissen, in dem die Dinge, die sonst getrennt sind, zusammenkommen.

 

Eranos: Der Versuch

Die Eranos-Tagungen haben sich das Ziel einer Vermittlung zwischen Ost und West gesetzt.
(Olga Fröbe-Kapteyn)

Eranos ist der Versuch, gemeinsam zu ergründen, was Religionsgeschichte und Symbolforschung, Mythologie und Seelenkunde über die Ursprünge religiöser Vorstellungen, über die tiefsten fassbaren Gemeinsamkeiten der religiösen Weltbeziehung auszusagen vermögen.
(Adolf Portmann)

There was no definite plan of development. To most organizers, this method, or rather nonmethod, will seem unreasonable. It is unreasonable, but it works.
(Olga Fröbe-Kapteyn)

There is something in the atmosphere of Eranos that brings about an experience of much larger scope than mere intellectual understanding. The goal of the meetings is, indeed, to bring about more than an understanding, but a knowing through direct experience.
(Ira Progroff)


Eranos: Das Wort

Eranos - was soll ihm, dem heutigen Menschen, dieses altgriechische Wort sagen? Wo es zum ersten Mal in der Literatur der Griechen vorkommt, spricht es die Göttin Pallas Athene aus, die in der Gestalt eines reisenden Königs, unter dem Namen Mentes, Telemachos besucht, den Sohn des Odysseus, um ihm in der Abwesenheit des Vaters beizustehen. Es ist die erste Szene in der Odyssee, die nicht auf dem Olymp, sondern in Ithaka, unter Menschen spielt.
Da tut die Göttin so, als erkenne sie die Situation im Palaste nicht, wo die Freier der Königin Penelope den Reichtum des totgeglaubten Odysseus verzehren.
"Gibst du ein Gastmahl oder ein Hochzeitsfest?" fragt sie ihren jungen Gastgeber.
Und hier muss nun der Uebersetzer stocken, weil die klare, negative Feststellung, die da auch ein Fremder sofort machen musste, ebenso kurz und eindeutig wie auf griechisch auf deutsch nicht auszudrücken ist "Denn keinem Eranos sieht es ähnlich" - lautet die Fortsetzung. Das unordentliche und ungeregelte Verschmausen fremden Gutes -das war das Gegenteil dessen, was bei den Griechen Eranos hiess.
(Karl Kerényi)


Eranos: Die Mitte

Wir wollen versuchen, den geistigen Ort zu bestimmen, an dem die Eranos-Tagungen zur Wirkung kommen, und durch diese Ortsbestimmung etwas vom Sinn dieses Zusammenseins mitzuteilen - darzustellen, auf was für Fragen dieser Zeit die Eranos-Tagungen nach Antwort suchen. Thema und Einzelvorträge scheinen dem ersten Blick oft weit von der Aktualität abzuliegen. Doch dieser Eindruck der Gegenwartsferne ist eine Täuschung.
(Adolf Portmann)

Die Sache, die das Wort Eranos bezeichnete, besass von ihrem religiösen Bezug aus einen geistigen Kern, den zu entwickeln, im zum Becher gesungenen Lied, in Gedicht und improvisierter Rede, an den Teilnehmern des Gastmahles stand.
(Karl Kerényi)

Dass eine solche wirkende Mitte sich formen konnte, ist das Werk einer Frau.
(Adolf Portmann)

Zuhörer und Vortragender gehören zusammen wie die zwei Pole eines Feldes, von dessen Mitte sie beide gleich weit entfernt sind. Der Vortragende gibt und ist auf sein Publikum ausgerichtet, das entgegennimmt. Aber auch der Zuhörer gibt, wenn auch in ganz anderer Weise, und kein Vortragender könnte sein, ohne dass er von dieser Gabe nähme. Dieses Geben und Nehmen in seinem fortwährenden bewegten Fliessen ist Quelle und zugleich Ausdruck jenes geistigen Lebens, an dem beide Pole ihren Anteil haben und aus dem letztlich beide schöpfen, um sich stets erneut wieder begegnen zu können. Aus ihrer Wechselwirkung und Dynamik entsteht eine "Mitte", eine vielgesichtige Symbolgestalt, auf die alles bezogen ist: die Eranos-Tagung. Sie lebt aus dem Symbol, sie ist selber Symbol, und die an ihr Teilhabenden sind jeder für sich ein Sinnbild für den so zeitgemässen Menschen, der ausgezogen ist, um ein Zaubermittel zu finden, das die Zerrissenheit und Spaltung aufzuheben fähig wäre, die heute jeden Einzelnen von innen nach aussen her bedroht.
(Jolande Jacob)

Der archaische Mensch ist ein Mittelpunkt im Werk von Eranos seit der Gründung und bis zum heutigen Tag. Eranos hat die Vorstellung überwinden helfen, es sei dieses archaische Humane ein Beginn, auf den wir höchstens mit Rührung oder Achtung zurückblicken oder den zu erforschen eine reizvolle retrospektive Aufgabe sei. Eranos hat auf die Grosse und das Weiterbestehen dieses ursprünglichen Menschentums hingewiesen; die Bedeutung seiner geistigen Schöpferkraft und sein dauernder Anteil am künstlerischen Formen ist oft an den Tagungen am Langensee hervorgehoben worden.
(Adolf Portmann)


Eranos: Das Mahl

Was durch die Tätigkeit von Eranarchen zustande kommt, ist dennoch nichts bloss Wirtschaftliches, ist nicht Versicherung gegen Hunger und Durst, sondern die Sicherung gemeinschaftlicher Festfreude am Mahl.
(Karl Kerényi)

L'Eranos ressemble à une danse qui recommence chaque année, mais toujours avec d'autres danseurs.
(Olga Fröbe-Kapteyn)

Die Reden, die da gehalten wurden, werden ausdrücklich als ein Eranos an Eros, als Liebesgaben zu Ehren des Liebesgottes bezeichnet.
(Karl Kerényi)

Oft klingt es vom Rednerpult her so gelehrt, dass keine Anstrengung mehr genügt, um nachzukommen. Das darf man aber nicht verraten. Man tröstet sich damit, dass man das Gehörte nachlesen werde. Man klagt nur verstohlen über eine oft bleierne Müdigkeit. Trotzdem will keiner fehlen, denn es geht auch gar nicht darum, unmittelbar von den Vorträgen etwas zu "lernen". Es geht um etwas Geistiges, das man "erlebtes Wissen" nennen möchte, das durch unsichtbare Kanäle in den Menschen eindringt, wenn er sich ihm überantwortet.
(Jolande Jacobi)

Die Eranarchen findet man unter die Geldwechsler, Bankiers, Grosshändler, Kauffahrer und überhaupt diejenigen eingereiht, die mit Geld arbeiten, ist es doch ihre Beschäftigung, die Beiträge zu den Fonds zu sammeln, die das Abhalten gemeinschaftlicher Gastmähler bezwecken.
(Karl Kerényi)


Eranos: Das Zeichen

...würdig blieb sie auf diese Weise der Forderung eines Eranos. Auf eine unvorhergesehene Weise wohl! Jede Entwicklung, wenn sie eine Entfaltung im geistigen Bereich bedeutet, ist unvorhergesehen.
(Karl Kerényi)

Das wahre Transzendieren der Vergangenheit kann nur darin bestehen, sie als ZEICHEN "in Präsens zu verwandeln". Und, wie ich glaube, kann man sagen, dass das ganze Werk des Eranos in diesem Sinne ein Verwandeln in das Präsens ist.
(Henry Corbin)

Das ist der Mensch, der Nacht für Nacht in das private Leben der Träume versinkt, der in jedem Neugeborenen wieder eine neue Eroberung der erfahrbaren Welt und den Aufbau eines Weltbaus beginnt, der aus einer bilderreichen Märchenwelt langsam herauswächst und reifend sich in einer Welt des Verstandes und später mehr und mehr in der des Errechenbaren umtut.
(Adolf Portmann)

Alles kommt darauf an, wie sich die Klarheit des Geistes mit dem tiefen Dunkel der Seele verständigt. Geht er freundlich mit ihr um, hingegeben, was sie ihm zu sagen hat, mitdeutend, mitschaffend, da rührt sich der willige Grund, da fängt ein Blühen und Singen an, ein Schimmern und Blitzen, ein Quellen und Duften, eine grosse Heimkehr des Trostes und der Innerlichkeit, die unser Leben reich macht. Die Mächte der Seele vermögen in blinder Gewalt die Werke des Geistes zu zerrütten, die Gewalten des Geistes die Kräfte der Seele zu drosseln und zu würgen - erst ihre liebende Ehe, die Ehe zwischen Hirn und Herz, Wissen und Leben, Erkennen und Fühlen, Einsicht und Glaube - Geist und Seele formt das heile Ganze.
(Walter Robert Corti)

Je tiefer die Erforschung dieses für jeden von uns ursprünglichen Menschentums vordringt, umso grosser wird im Menschenbild der Anteil eines solchen gründenden Menschentums, umso bedeutender das Wirken aller der ständig wiederkehrenden menschlichen Regungen, Hoffnungen und Aengste, die auch mitten in unserer so sehr vom Intellekt erhellten Zeit wie je das Glück und das Leid der Menschen bestimmen.
(Adolf Portmann)


Eranos: Doorways

In our time the particular need is for a doorway of initiation, a way of entry to the larger dimension of experience. Because of the poverty of symbols in our time, people require a doorway that can serve as an entrance for them to the new image of reality of which their intimations tell them. The need is for no particular kind of door, but for the openness of doorways; and living symbols can be such doorways. Our time profoundly requires such living symbols, places that stand for the no-place of the soul, and can be as present and as available for us as (the symbol of) Jerusalem was for Meister Eckhart. The new image requires symbols, things, and places, that point far beyond themselves. And I think you will agree with me that one such living symbol ... is unfolding here at Eranos in the midst of us.
(Ira Progroff)

The disciplines of the history of religions, ethnology, paleo-ethnology, and orientalism have seldom been regarded as separate but interrelated phases of a single study. It is only very recently that these disciplines have come to be thought capable of revealing human existential situations worthy of interesting not only the psychologist and sociologist but also the philosopher and theologian,
It is perhaps the greatest contribution of Eranos to stimulate and encourage meetings and dialogues among representatives of the various sciences and disciplines whose field is the human mind and spirit.
(Mircia Eliade)

Eranos has now a destiny in France, Germany, in Japan, in the United States and - in fact - in the whole world, a future destiny which is more needed today even than it was in the thirties. Its future destiny as an interdisciplinary and cross-cultural forum for the life of healing ideas is crucial at the end-of the twentieth century.
(David L. Miller)

 

The Eranos Experience

Res severa, verum gaudium.

The elements.
At the beginning: Water. The invitation of the lake to gaze on it while we glide in a leisurely mood and to explore with contemplative eyes its elusive expanse framed by the sharp contours of the surrounding mountains, to stroll down to its shore and listen to the sound of its splashes playing with the pebble, to behold the lake`s beauty and to join with one`s own thoughts and emotions the gentle movement of the small waves incessantly animating its surface. The primal appeal of the "Greater Lake" - famous of course under its Italian name: Lago Maggiore - to which Eranos has been moored now for more than 70 years. And with which it has formed a special symbiosis. For one could hardly recall an Eranos Tagung which was not a colloquy with the Lago. The sense of an Eranos was awakened and reflectively apperceived at times by an interplay, an exchange, a communion with this element of enchantment: A magnificent lake. This wonder of water.

In the making of Eranos too: The creativity of light. In August, the classic period of Eranos Tagungen, life at the Lago Maggiore is hot and humid, the sun shines all day with a burning force and the air is filled with a tropical moisture; to protect themselves and for their comfort people mostly seek the shield of shades and the coolness of interior spaces. A lush, largely subtropical vegetation and habitations that were wisely built or situated, in ways to mitigate the hot sun`s effect, offer them both the protection and the comfort. Shades of walls and trees, of blinds and bushes provide screens against the blazing sun, against its light, as we might say, too swiftly. The natural and the artificial shields indeed screen off the spaces which they are meant to cover, but in shading them from the dazzling glare of the sun, not from the light itself. On the contrary, the "screens" bring forth all the playful creativity of sunlight. They effectuate, as an amazing as well as a ravishing experience, a vision of light illuminating while it appears an entire cosmos of its appearance, or rather, its event: Moving shadows, fleeting rays of light, changing designs drawn by the shades on the surfaces which they touch, spaces featuring successive shifts of dimness and luminosity, shapes formed by shadow and light which seem to represent faces and figures that we know, objects emerging radiantly or retracting into darkness as if withdrawn by some secret agency, colours in all shades performing an ongoing symphony for the eyes. Light, as we realize to our amazement, enacts the spectacle of a self-revelation.

The terra of the Eranos experience is composed of different places. Among them there are of course these three places to be considered first: the old estate of Olga Fröbe-Kapteyn (the foundress and long-time motivator of the Eranos Tagungen) on the road from Ascona to Brissago, the Bauhaus building and the park on the Monte Verità, and the cloister, garden and orchard of the Collegio Papio in the centre of Ascona. At each of these places the spectacle of light furnished to the experience of Eranos a wondrous arena. While a lecture was held or participants of the Tagung strolled around or gathered for companionship during intervals, light always marked the scene by making the latter appear in the mode of its own manifestation. Not unlike a sublimely gifted artisan it set up the proscenium with an absorbingly creative force in full variety by appearing mysteriously misty or hypnotically transparent, soothingly pure or strikingly brilliant, sedatively pleasant or burningly strong. Light cast a spell on the scenes of Eranos, and supremely, in our recollection, when we could view sparkles of it dancing on the surface of the lake while we sat on the terrace of Olga Fröbe-Kapteyn`s house listening to the lecturer speaking inside, or when, during a lecture on the Monte Verità, we could see, by shifting the eyes occasionally from the lectern to the large and open windows of the Sala Balint, beams of light playfully crisscrossing in the trees outside and weave into the green texture an image of bliss.

Indeed, a special artistry produces the peculiar effect of an Eranos Tagung. Not entirely surprisingly, perhaps, this artistry has been a matter of interest since the inception of Eranos. Olga Fröbe-Kapteyn was very much aware of it, as her prefaces to the Eranos Books and some of her own published texts show; major Eranos speakers have variously written about it; and in the recent recollections of Eranos documented in this volume it is again a topic of marvel. It has aroused, furthermore, not a little interest among observers of Eranos who felt attracted by what they thought to be a matter of "mystery" and who, as a result, often developed, in various ways and to different degrees, an apparently irresistible urge to get hold of the "mystery" and to impart subsequently their "knowledge".

Nevertheless, we can share some knowledge and surely one which is precisely relevant to Eranos, that is to the artistry "behind" an Eranos Tagung. But it is not by revealing a "mystery" that we may be able to elucidate the "wondrous" experience of an Eranos Tagung. For the wisdom to be shared is an old one, an ancient one in fact. It has been handed down to us from the myths and the philosophy in ancient Greece, among them the myths of Orpheus and Apollo as well as Plato`s Philebos and Symposium. Let us recall that "Eranos" was, in the first place, a term widely used in classical Greece. And this legacy of wisdom has of course been universally known ever since: a knowledge pertaining to the elements through which, if they are blended artfully in a whole, the human experience can be made to appear ravishingly heightened. Life, as it then seems, has turned into a festivity, the organization of society into companionship, the day to be mastered into a joyful celebration. A transfiguring event has happened and has produced a particular space of time to be experienced in between our ordinary time.
All of us have an idea of it, of this particular space of time; we think or speak of it as "leisure". With this notion we associate moments of life which in essential ways differ from life in the ordinary dimension of time. There is idleness instead of toil, a freedom of action instead of necessity, pleasure instead of strain. To be and to live means to be full of joy, a sense of festiveness delights our mind. Through leisure, therefore, we seem to know the experience of an Eranos quite well: this is given essentially by being in a state of leisureliness or, as we might say more simply, by "having" leisure. The symbolic expressions used by Olga Fröbe-Kapteyn to describe the Eranos experience fall well, it would seem, into the semantic field just evoked here by the term "leisure". An Eranos Tagung, she said, could be understood as a "play" enacted on the "stage" (Bühne) of the Tagung; one might also compare an Eranos Conference to a "fugue" (Fuge); the element which characterized most the "meetings" (the Eranos Conferences) was their "distinctly festive note". An Eranos Tagung, we might then say, is a festivity performed by the participants who by offering each other speeches and inspired conversation produce a stage for the festive experience among companions to be celebrated. But, we should then also be compelled to ask if such an event would not require elements for and acts of an orchestration which the notion of "having" leisure hardly includes. The answer to this question is: Yes. For the contemplated event occurs only through leisure filled with creativity: A dance, a play, a celebration, a festive community want to be orchestrated in enchanting surroundings for a time of giving and offering that is initiated by the mutual pledge to a perfectly open dialogue, an authentic Gespräch , a banquet of minds. No doubt, to enter into an Eranos experience one has to have leisure. A leisure, though, which certainly needs to be schole, that is leisure as it was understood in classical Greece: as a festive experience achieved through a staging and an orchestration of this experience.

The architecture
The formula of scholein agein expressed precisely this view. It was meant to convey the notion of leisure as a time actively spent and purposefully formed. The verb ago means "to guide", "to direct", "to form" and, in combination with schole, it signifies a "state of peace", a "festive mood" and a readiness "to celebrate". All these meanings denote quite well the event of an Eranos Tagung. We might think it quite appropriate, then, to retain the formula of scholen agein for further use in the analysis of the Eranos experience as it is developed here. However, like all extrinsic expressions within a given language it would encumber somewhat the flow of words, in making it proceed less smoothly. We should consider this aspect; and we should take into account as well a second one, which is, indeed, crucial. An Eranos Tagung, as Henry Corbin observed, is a meeting open to the unforeseen ("l`imprévisible rencontre"). And Corbin noted further, not without a degree of amazement, a very special phenomenon which emerges at the Eranos Tagungen. Those who speak there have not been consulting with each other about their lectures prior to the event of offering them to each other. In addition, the lectures on purpose reflect a great diversity; they are drawn from a wide variety of disciplines, are given by scholars of distinctive ethnic, cultural and religious backgrounds, and are presented in four different languages. And yet, at every Tagung the lectures together represent, in spite of all their diversity, an ensemble of knowledge and insight which gives rise to the notion that out of very diverse parts a cosmos has been built. Henry Corbin felt that this phenomenon would amount to a homophonie. The image, however, which this term induces may imply too much harmony, for the experience of a "cosmos" at an Eranos Tagung always occurs in the course of a continuing counterpoint between the "parts" and the "whole". Throughout the Tagung the "whole" is formed by the "parts", in indeed unforeseen ways, and constructive efforts have continously to be made in order to achieve the "cosmos". Making an Eranos Tagung, we might therefore argue, is the experience of an "experiment", as Olga Fröbe-Kapteyn put it, or, as we later said, of pursuing an "adventure" .

The term architecture, though, quite adequately reflects the kind of form which the event of an Eranos Tagung needs to be given in order to occur. A work of architecture by its very nature accomplishes a continuing dramatic play of relationships between different as well as numerous elements: between closures and openings, interior and exterior, frames and suspensions, continuousness and intermittance, regularity and nonuniformity, orientation and confusion, expected prospects and sudden surprises, incitements to move on and firm lines of arrest, resumptions and revelations, spaces to breathe and frontiers drawn, triumphs of light and threats of darkness, heights of clarity and leads to unknown depths. An Eranos Tagung is precisely a dramatic play of this kind. To achieve a Tagung means no more and no less than to initiate the architecture for and of the Tagung.

Let us, for our better understanding, start and "build" a Tagung. What would we have to do? We should at first choose of course a place and a time. As to the former our tradition - the Eranos Tagungen moored since 1933 to the scintillating lake - suppplies already the decision. And with this mooring, as I hope to have suggested in the first paragraphs, the play of elements conducive to the Tagung has already begun. Marking a time is a less obvious matter, and should by no means be taken as a forthright act, for the "time of Eranos" (temps d`Eranos), as Henry Corbin explained, has a seemingly paradoxical structure. It is happening "inside" ordinary time and yet it is a time "outside". We must fix its dates on the calendar (August 9-18, for instance) and henceforth have it there immovably, and yet all about it ought to be freedom and leisure. In fixing its dates we shall liberally spread it over the calendar, therefore, and thus we reserve spaces of time not to be filled in advance. The temporal structure of the Tagung can be set up and within it there will remain, nevertheless, distinct voids. We shall have given to our Eranos Conference the basis for its particular architecture of time. Yet, we shall continue to observe with much attention the open spaces in this architecture, once the Conference has started and is developing. Indeed, these apertures shall most likely be again a matter of our care, for they have upon the participants in the Tagung two different and equally notable effects. On the one side, there will be people whom the "voids" in the Tagung`s program inspire to become generous and to transform them into gifts - gifts of time - freely to be offered to other fellow participants in the ongoing Tagung, or to rejoice over these moments of time totally apart from any ordinary preoccupation and solicitude. Theirs will be an Eranos experience. And there will be people, on the other side, whom the "voids" affect as being disquieting; they long to have them replenished, by some additional feature of program, naturally. We should, while considering the Tagung`s development, forestall any such closing of the openings in its architecture, in order to avoid that the Tagung swings into excitement and overactivity and ceases to be a playful movement between ordinary time and a time "outside".

Our next task in building a Tagung will be the selection of a theme. This, we have to say, is the least understood part in the setup of an Eranos Conference. It sounds so easy: Choosing a topic. Aren`t there dozens of them? Take this one, the voice here would say. Choose that one, the voice there would urge. And each voice would utter its proposal very readily, as if but a slight problem had to be dealt with. Actually, there seems to be hardly any problem, in view of all the suggestions which one could rapidly collect. But most of these, as we shall realize easily upon some probing, will have been made without much thought or, more importantly, without much listening (if any) before. An Eranos theme, though, is found only in the process of an osmosis. This process certainly requires a receptive approach. In searching for a theme we should be well advised, then, if the human experience and the ensuing eminent question (in three parts), why all these diverse interpretations are nevertheless expressions of one, namely the human experience, and wherein, then, could lie the unity of the latter, and how this ensemble of humankind might be discerned and considered. Our criterion tells us the way which we have to take in view of this question (with its three parts). We could also speak here of the "Eranos method", for at the beginning of the way an offering is held out: the invitation to study the ensemble of humankind by searching for its unity precisely in its diversity. The criterion is set as a paradox, as indeed the great paradox, we might say, for the experience of the diversity is the only mode for experiencing a unity; there is no way other than the movement between diversity and unity; any attempt to bend one`s way towards a seizure of unity destroys the very condition for being on the way: the experience of diversity through which alone there is a way.

The Eranos of the Eranos Tagungen is an offspring of a large "Eranos movement" which emerged at several places in Europe during the last decades of the 19th century. One of the figures of inspiration for this movement was Friedrich Schleiermacher. Indeed, we can find in his study Über die Religion (On religion) an exemplary description of the way to a Tagung: "I invite you to consider every faith which human beings have professed, every religion... It is in the religions that you should discover the religion (my emphasis, T.S.). .... Nobody can have the religion as a whole, for a human being is finite and the religion is infinite. ... The religion of the religions (my emphasis, T.S.) cannot collect enough materials for its very own staging of its inner contemplation ... innumerable forms of religion are possible ..."

One should be well advised, I have said, to set up one`s mind like an antenna. We are now able to name the virtue of our mind which should govern the antenna. And, besides, we needn`t search for a term yet, as a most apt one already exists in this splendid expression coined by Roger Caillois: sagesse diagonale (diagonal wisdom). In virtue of such a wisdom we may eventually be fortunate enough at some stage in the osmotic process of our search to strike a theme from which, as it seems to us, we could rear up our Tagung. The new theme will bear comparison with former themes such as "Structures of Chaos", "The Language of Masks" or "Religions - the religious experience". . And we shall therefore proceed. Then our theme will have to stand the decisive test: Will it prove to be the crucible for an Eranos, for the intended play between the "parts" and the "whole", between the individual lectures given and the emergence among them of a common bearing?

The agents of the test will be the speakers at our Tagung. We shall invite the traditional number: 8 to 10. Our invitations will be guided by an established set of rules with which we shall continue to construct, as we apply them now, the Eranos architecture. We may formulate those rules as follows: (1) Through the speakers a wide variety of disciplines will be heard; there is no discipline which could not be included into an Eranos, new or newly promising disciplines should be sought, the Eranos Tagungen from the very beginning have been shaped by pioneering minds and their scientifically innovative explorations; therefore we should undertake every effort to achieve an Eranos of such minds. (2) The speakers themselves will represent the widest possible diversity of geographical, cultural, religious and ethnic origins; in actively considering and, furthermore, working with the difference between female and male voices, we shall continue to follow the eros of the Tagungen and render to it the rule over our play, that this "God" common to women and men, in the process of bending mutually their creativity towards each other, appear to have staged it. (3) We expect our speakers to strike us particularly by these two qualities: the imaginative and inspiring force of mind and the unfailing rigor of scholarship. While remaining always firm about this requirement, we shall by no means be discriminative regarding the profession or occupational status of a speaker; the majority of Eranos lecturers have been academics, but one does not need to be an academic in order to be an Eranos lecturer. (4) We shall compose the group of speakers in such a way that half of them have at least once been speakers at an Eranos already, and that the other half will be new speakers. Of the older speakers we shall consider for an invitation only those who have not been chosen in the preceding year (and usually the pause between invitations is longer than just one year); by this simple yet decisive architectural measure a field of lecturers is formed which is sufficiently open, diverse, extended, and fluid to keep Eranos productive, on the one hand, and to avoid the emergence of a circle of lecturers who become more and more only their own habitués.

With a mixture of diligence, phantasy, wisdom and luck we should have our group of speakers built in the early fall of the year preceding the year of our Tagung. It may seem to us, then, that we have done the essential part of our architectural task. All is set now: the place, the time, the theme, the group of speakers. We have just to wait for the day of the opening of the Tagung. Certainly. And yet, imperceptibly almost, while we were preoccupied with "organizational" matters, the creative process has begun which has been and is our intention. The "test" referred to earlier is already under way. Why? The answer, intimated already by terms and expressions such as "crucible", "counterpoint between the whole and the parts", "ensemble of knowledge and insight" is this: When we invited the speakers, we asked each of them to formulate within the Tagung`s general theme the title of his or her lecture. And with this request we have of course brought the speakers into the play. It will from now on be largely theirs. In complying with our request and in offering a speech on this or that topic for the event, each of the speakers has become a co-author of the Tagung. Naturally, it will again be our task, once all the titles will be in, to put together the program for the Tagung. Yet, we shall not really write it. It has already been written by the speakers. The topics which they have chosen - together with the disciplinary and cultural identies which the speakers represent - lay out by themselves the order in which they stand best individually and in relation to each other. The play (the "dance") is on and rather than imposing upon it any plan of ours we should follow the leads of the actors ("dancers").

Having an Eranos implies generosity, abundance, offerings. We cannot expect our Tagung to become an Eranos experience, if we do not let it be, through the form of its creation, a release of creative forms. In 1924 Hugo von Hofmannsthal was offered by his friends a Festschrift whose title is ERANOS. In reading Rudolf Borchardt`s preface we immediately understand why the title had been chosen. The book is meant as a spiritual banquet occurring through texts which are meant as speeches; Hofmannsthal is addressed by Borchardt as if he and his friends had all come together at a festive gathering. An Eranos takes place. What is its purpose? In the words of Borchardt: A "precursory form of a future equation between creativity and inquiry" ("Vorform einer künftigen Gleichung von Schöpfung und Forschung").

Theed for care
Have we built an Eranos Tagung? Yes, we have. No, we haven`t. The Tagung which we have produced has taken on a reality in our thoughts only. There it exists, no doubt. But it is there in the mode of a paradigm, and in that mode alone, we have to admit. While the paradigm is present in our mind, the Tagungen for which we have formed it have yet to occur. Will they correspond to our paradigm?

They will not, of course. The normal development of human affairs will imperil a Tagung in the making with all kinds of vicissitudes. Of the many things which could happen let us take just a few examples: One or perhaps even two of the invited speakers will let us know, at very short notice, that they will be unable to give their lectures (and the notice may come in only on the eve of the day for which a lecture was scheduled); unexpected but unavoidable expenses will put a great strain on the budget; a large group of native speakers of this or that language who abuse their dominance will ignore the common Gespräch and will not take part in the symposium among a diversity of tongues; too many of the participants in the Tagung will remain within the confines of their origins, cultures, professions, or generational cohorts and thus will act counter to the very purpose of their being at an Eranos.

With the release of creativity which we induced we have also freed elements and forces of failure and decay. They may steer the actual Tagung very far away from the Tagung which we have constituted and still contemplate. For a moment we might be tempted to imagine ourselves under the rule of Kronos who, according to the tale told by Plato in the Politikos, repeatedly took the human race in his care and led it each time from a fatal course of straying back to a new beginning. But Kronos withdrew his care one day. If we dreamed, then the dream reminds us: We must keep our work from disintegrating. The ongoing Tagung still needs our care. The more it becomes truly an Eranos the more it suggests a thing of beauty. Precisely this appeal renders an Eranos extremely vulnerable. Beauty seduces while it is seen. If anyone desires to possess it and sets out to seize it, the rage of jealousy will be met where beauty was. That the spell be not broken - this care is at the core of the Eranos experience. (Tilo Schabert: The Eranos Experience; in: Elisabetta Barone, Matthias Riedl, Alexandra Tischel (Hrsg.): Pioniere, Poeten, Professoren. Eranos und der Monte Verità in der Zivilisationsgeschichte des 20. Jahrhunderts, Eranos neue Folge, Band 11, Würzburg 2004; S. 9 - 19.)

 

 Barone, Elisabetta: „Eranos Tagungen. Dal mito alla filosofia?“, in: Filosofia e Teologica, Jg. 8, Nr.1, 1995, S.149-165. Barone, Elisabetta/Riedl, Matthias/Tischel, Alexandra (Hg.): Pioniere, Poeten, Professoren. Eranos und der Monte Verità in der Zivilisationsgeschichte des 20. Jahrhunderts, Würzburg, 2004 = Reihe Eranos, Bd. 11 Corbin, Henry: „Le temps d’Eranos“, in: Asfar, Antoine (u.a.): Roger Godel, de l’humanisme à l’humain (mit Abb.), Paris 1963. Corbin, Henry: „De l’Iran à Eranos“, in: DU. Schweizerische Monatszeitschrift, Nr. 4, April 1955, S. 29. Corbin, Henry: „Eranos“, in: Eranos-Jahrbuch 31, 1963, S. 9-15. Dunbar, Dirk: „Eranos, Esalen, and the Ecocentric Psyche: From Archetype to Zeitgeist“, in: Trumpeter, Vol. 20, No. 1, 2004, S. 21-43. Eliade, Mircea: „Les danseurs passent, la danse reste”, in: DU. Schweizerische Monatszeitschrift, Nr .4, April 1955, S. 60-62. Garagalza, Luis: „Filosofía e historia en la Escuela de Eranos“, in: Anthropos. Revista de Documentación Cientifica de la Cultura, 153, 1994, S. 41-54. Eliade, Mircea: „Encounters at Ascona“, in: Campbell, Joseph (Hg.): Papers from the Eranos Yearbooks, Bd. 4, Spiritual Disciplines, Princeton 1960, S. XVII-XXI. Hennis, Wilhelm: „Die spiritualistische Grundlegung der verstehenden Soziologie“ Max Webers. Ernst Troeltsch, Max Weber und William James' 'Varieties of religious experience', Göttingen 1996 = Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen. McGuire, William: Bollingen. An Adventure in Collecting the Past, Princeton 1989, insbes. Kap. IV, S. 119-181Ortiz-Osés, Andrés: „El Circulo Eranos: origen y sentido“, in: Anthropos. Revista Documentación Cientifica de la Cultura, 153, 1994, S. 23-27. Portmann, Adolf: „Vom Sinn und Auftrag der Eranos-Tagungen“, in: Eranos-Jahrbuch 30, 1961, S. 7-28. Riedl, Matthias: „Adolf Portmann – Ein Skeptiker auf der Suche“, in: Pioniere, Poeten, Professoren, S. 115-126. Schabert, Tilo: „Introduzione“, in: Barone, Elisabetta/Riedl, Matthias/Tischel, Alexandra/Fabris, Adriano/Monceri, Flavia (Hg.): Eranos, Monte Verità, Ascona, Pisa 2003, S. 11-14. Schabert, Tilo: „The Eranos Experience“, in: Pioniere, Poeten, Professoren, S. 9-19. Schabert, Tilo: „Une herméneutique intercivilisatrice: L`École d`Eranos“, in: Weill, Nicolas (Hg.): Existe-il une Europe philosophique?, Rennes 2005, S. 297-302. Schluchter, Wolfgang/Graf, Friedrich Wilhelm (Hg.): Asketischer Protestantismus und der 'Geist' des modernen Kapitalismus. Max Weber und Ernst Troeltsch, Tübingen 2005. Wasserstrom, Steven M.: Religion After Religion. Gershom Scholem, Mircea Eliade, and Henry Corbin at Eranos, Princeton 1999.

 

Die Eranos-Tagungen im klassischen Format wurden ab 1990 unter der Trägerschaft der Associazione Amici di Eranos fortgeführt. Für die weiteren Tagungen klassischen Formats – beginnend mit der Tagung 2008 – wird die neu gebildete Eranos Conference Group zeichnen. Zu dieser gehören:

Tilo Schabert (München/Paris, Chair), Matthias Riedl (Budapest, Co-Chair) – Gabriele de Angelis (Pisa), Davíd Carrasco (Harvard), Dieter Fuchs (Wien), Burckhard Gladigow (Tübingen), Joseph Hanimann (Paris), Walter Haug (Tübingen), Michel Perrin (Paris/Rouen), Aaron Powell (Birmingham), Chloé Ragazzoli (Cambridge/Paris), Theresia Ritter (Erlangen), Stéphane Toussaint (Lucca/Tours), Arpád Szakolczai (Cork/Mailand), Julia Eva Wannenmacher (Berlin).

 

 

Und hier:

 

http://www.eranos-ascona.ch/

gab es diese Texte:

 

Eranos hat sich seit seiner Gründung 1933 vor allem um eine Begegnung zwischen den Kulturen, aber auch zwischen Natur- und Geisteswissenschaften bemüht; dabei kommen der Psychologie des Unbewussten und den Religionswissenschaften wichtige Mittlerrollen zu. Aber Eranos ist auch ein Forum, das die wissenschaftliche Erforschung von Randgebieten mit einbezieht: Alchemie, Mystik und Hermetik.

Die Tagungen sind öffentlich und für alle Interessierten zugänglich. Das griechische Wort Eranos meint ein Gastmahl, das von den mitgebrachten Gaben der Gäste lebt. In diesem Fall bestehen die Gaben aus Beiträgen namhafter Wissenschaftler aus ganz verschiedenen Fachgebieten zu einem vorher festgelegten Thema. In den Referaten soll der Mensch im Vordergrund stehen, denn „die wahre Geschichte des Geistes ist nicht in gelehrten Büchern aufbewahrt, sondern in dem lebenden seelischen Organismus jedes einzelnen.“(C.G. Jung) Seit 2001 hat der „Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Tagungen von Eranos“ sich zum Ziele gesetzt, die Tagungen in diesem umfassenden Sinn weiterzuführen.

Unsere Tagungen finden einmal jährlich in Ascona statt, in der Regel Ende August, dauern vier Tage und sind für alle Menschen offen, die dem Geist der Zukunft nachspüren möchten. Dem Referat am Morgen folgt eine ausführliche Diskussion der Teilnehmer mit dem Referenten am Nachmittag, so dass viel Zeit bleibt, dem jeweiligen Thema gemeinsam auf den Grund zu gehen.

Erik Hornung und Andreas Schweizer

 

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Das Abenteuer Eranos

von Erik Hornung

Ein Abenteuer ist schon die Entstehung von Eranos. Es hat viele Väter, aber nur eine Mutter, nämlich Olga Fröbe-Kapteyn, geboren 1881 in London als Tochter eines holländischen Ingenieurs; in der Schweiz, wo sie in Zürich die Kunstgewerbeschule besuchte, war sie nur wenige Jahre mit einem österreichischen Musiker verheiratet, der bei einem Flugunfall umkam, und wurde Mutter von zwei Töchtern.

1919 kommt sie mit ihrem Vater ins Tessin, und im Jahr darauf erwirbt ihr Vater für sie ein Grundstück mit der Casa Gabriella in Moscia. In den nächsten Jahren formt sich der Gedanke, der dann in ERANOS Gestalt wird. 1928 wird der Vortragssaal der Casa Eranos erbaut, fünf Jahre vor der ersten Tagung, der eine Art „Sommerakademie“ voranging.

Bevor wir einen Blick auf die Väter von Eranos werfen, muss aber noch etwas zum Nährboden gesagt werden, zum Monte Verità über Ascona. Wie eng er mit der europäischen Kulturgeschichte unseres Jahrhunderts verflochten ist, hat die Ausstellung von Harald Szeemann „Monte Verità. Berg der Wahrheit“ 1978 in vielen Bereichen deutlich gemacht.[1] Seit 1900 wurde der Berg zu einem Experimentierfeld für neue Lebensarten, neue und vielfach sehr radikale Ideen. Vegetarier, Naturheiler, Anarchisten, Theosophen und andere Wahrheitssucher, dazu Poeten, Propheten und Künstler aller Arten besetzten den Berg, machten ihn zu einem Heiligtum der Alternativen und schrieben ihm jene „sakrale Topographie“ ein, die Szeemann in seiner Ausstellung beschwört. Von all dem hat einzig die Idee von Eranos bis jetzt überdauert.

Künftige Forschung wird sicher noch viele andere Wurzeln und viele andere Väter von Eranos ans Tageslicht heben, wir begnügen uns mit ein paar besonders wichtigen Namen.[2] Martin Buber hielt im August 1924 einen Lehrkurs über das Tao-te-king auf dem Monte Verità ab, an dem Olga Fröbe teilnahm; 1934 sprach er dann an der zweiten Eranos-Tagung. C.G. Jung lernte sie 1930 in Darmstadt bei einer Tagung der „Schule der Weisheit“ von Hermann Graf Keyserling kennen; einen Hauch Esoterik steuerten die Theosophin Annie Besant (anfängliche Mitarbeiterin der Madame Blavatska) und Krishnamurti bei; Ludwig Derleth, von Thomas Mann im „Doktor Faustus“ als Dichter und Prophet porträtiert, stand dem Kreis um Stefan George und den Münchner „Kosmikern“ nahe. Last but not least dann der Religionsforscher Rudolf Otto, den Olga Fröbe 1932 in Heidelberg traf und der dem keimenden Unternehmen – Frau Fröbe schwebte ganz allgemein ein geistiger Treffpunkt vor – den Namen Eranos gab: ein festliches Mahl, zu dem jeder Teilnehmende etwas beiträgt. Durch Krankheit verhindert, konnte er selber nicht zur ersten Tagung kommen, sein ebenso bedeutender Fachkollege Friedrich Heiler sprang für ihn ein. So wurde die Religionswissenschaft von Anfang an zu einer der tragenden Säulen der Tagungen, mochte auch durch die starke Persönlichkeit von C.G. Jung bisweilen die Psychologie dominieren.

Im symbolträchtigen Jahr 1933 fand dann die erste Tagung statt, zum Thema „Yoga und Meditation im Osten und im Westen“ – nicht auf dem Monte Verità, der damals bereits dem Baron von der Heydt gehörte (1927 war das neue Hotel erbaut worden), sondern im nahegelegenen Moscia, direkt am Ufer des Sees. Knapp sieben Monate nach der Machtergreifung des NS-Regimes in Deutschland, als die ersten Auswirkungen schon spürbar wurden, haben wir dieses Fanal einer Begegnung von östlicher und westlicher Geisteswelt! Was Eranos sehr bald für die innere und äussere Emigration bedeutete, hat Alfons Rosenberg in einem seiner „Flugblätter für Freunde“ ergreifend geschildert (Nr. 80, 1977).

Er hatte sich damals mit Gleichgesinnten auf eine Insel im Wörth-See zurückgezogen und beschreibt, wie ihm bei einer seiner Fahrten nach München das erste Jahrbuch in einer Buchhandlung über den Ladentisch gereicht wird. „Als ich in dem damals durch seine Seltenheit in Nazi-Deutschland kostbaren Buche blätterte, festigte sich mir die Gewissheit, dass ich in meiner Strebung nicht mehr alleine sei, dass ich vielmehr als das jüngste und unerfahrenste Mitglied einem weltweit verstreuten Kreise, der dem symbolträchtigen Unter- und Hintergrund des Lebens nachforscht, heimlich angehöre. Aber ach ... das Zentrum dieses ‘Kreises’ (befindet sich) hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen, nämlich jenseits des Gotthard im Tessin ... Dahin wirst du nie gelangen!“.

Er ist dann doch sehr bald als jüdischer Emigrant dorthin gelangt und hat die zweite Hälfte seines Lebens in der Schweiz verbracht; sein Nachlass befindet sich jetzt in der Zürcher Zentralbibliothek. Und Rosenberg schildert noch, wie das erste Eranos-Jahrbuch bei dem Patristiker Hugo Rahner in Innsbruck ganz ähnliche Reaktionen auslöste. Auch ihm, dem „kleinen Jesuiten“, der mit seinen Ideen über einen christlichen Humanismus im Orden wenig Anklang fand, schien der neu etablierte Eranos-Kreis zwar seelenverwandt, aber zunächst unerreichbar fern, bis nach dem „Anschluss“ Österreichs das gesamte Jesuiten-Kolleg Innsbruck in die Schweiz abgeschoben wurde und in Sion eine neue Bleibe fand. Von dort holte ihn Olga Fröbe sehr bald als Redner, und Rosenberg schliesst seine Erinnerung: „Etwa zur gleichen Zeit erreichte Hugo Rahner und mich, die einander nicht kannten, die Kunde vom Wirken des Eranos-Kreises. Aber erst musste er wie ich die Feuer- und Wasserprobe des Exils bestehen, ehe wir uns auf den Eranos-Tagungen begegnen und mit einander befreunden konnten“.

Dass Eranos praktisch von Anfang an auch durch seine Jahrbücher weltweit gewirkt hat, verdankt es (neben den Rednern natürlich) Daniel Brody, dem engagierten Leiter (1929-1963) des Rhein-Verlags in Zürich, der jahrzehntelang den Druck der gehaltenen Vorträge betreut hat, neben den Jahrbüchern zusätzlich in Sammelbänden, so gerade auch für Hugo Rahner: „Griechische Mythen in christlicher Deutung“, 1957 erschienen und von Rahner „dem Eranos der Ahnenden“ gewidmet. Bis an das Ende der 1960er Jahre betreute der Rhein-Verlag die Jahrbücher, danach jeweils kurze Zeit der Verlag Brill in Leiden und der Insel Verlag; Frau Unseld war häufig an der Tagung, auch Siegfried Unseld kam einmal vorbei.

Die Tagung im August 1939 über „Die Symbolik der Wiedergeburt in der religiösen Vorstellung der Zeiten und Völker“ war schon überschattet von der europäischen Krise; immerhin konnten noch Walter F. Otto aus Königsberg und Louis Massignon aus Paris kommen, aber wenige Tage später brach der Zweite Weltkrieg aus. Olga Fröbe wollte auch 1940 und in den folgenden Jahren die Kontinuität nicht unterbrechen, sondern weiter gegen den Ungeist der Zeit ankämpfen. Im Vorwort zum Jahrbuch 1940/41 schreibt sie: „Im heutigen Europa, in dem fast jedes schöpferische Wirken verstummt ist, findet der Zeitgeist, auf dem Wege geringster Widerstände, in Eranos eine Ausdrucksmöglichkeit“. Religiöse Erfahrung und die zeitlosen Urbilder „bedeuten in der heutigen Zeit das Rettende; denn sie sind Träger des Sinns, und in ihnen ist eine regenerierende Kraft, die uns zuströmt, wenn wir uns ihnen zuwenden“.

Allerdings konnten praktisch keine ausländischen Redner mehr teilnehmen, man musste auf Asylanten und auf den Bestand der Schweiz zurückgreifen, und C.G. Jung, dieser „vulkanische Geist“ (Portmann), wurde unentbehrlicher denn je. Im August 1940 gab es, dem Jahrbuch nach, nur zwei Redner, Andreas Speiser und Jung, der im Zusammenhang mit dem Problem der Trinität über „Das Problem des Vierten“ sprach und dabei sein bedeutsames quaternäres Denken entwickelte. Durch ihn konnte, als einziger Ausländer, der ungarische Altphilologe Karl Kerényi 1941 an die Tagung kommen; er liess sich dann 1943 ganz in Ascona nieder und wurde zu einer der tragenden Säulen von Eranos.

Das Kriegsende brachte natürlich ein neues Aufblühen und auch einen neuen Stamm von Teilnehmern, dessen Ausläufer ich selber noch erlebt habe: deutsche Juden, die in die USA emigriert waren und nun regelmässig über den Atlantik an die Tagungen kamen. Für die Geistesgeschichte von Eranos war 1946 ein Epochenjahr, damals öffnete sich die Tagung unter dem Thema „Geist und Natur“ auch für die Naturwissenschaften. Es kamen der Mathematiker und Philosoph Andreas Speiser, der Naturphilosoph Friedrich Dessauer, der Physiker Erwin Schrödinger und vor allem der Biologe Adolf Portmann, auf den Frau Fröbe durch seine Radiovorträge gestossen war. Portmann blieb und hielt seit 1948 regelmässig den Schlussvortrag, als Abschluss und Zusammenfassung einer ganzen Tagung. 1962 wurde er, nach dem Tode von Olga Fröbe, Präsident der Stiftung Eranos, die sie zur Fortführung ihres Unternehmens eingesetzt hatte. Dabei hielt sie als Zweck der Stiftung fest (Testament vom 25. 8. 1961), er bestehe „in der Abhaltung von jährlichen Eranostagungen in dem Geiste, in dem ich sie seit 1933 geführt habe“, dazu in der Veröffentlichung der Vorträge in der Form von Eranos-Jahrbüchern.

Wie kein anderer, hat sich Portmann mit der Idee von Eranos identifiziert und betonte immer wieder, dass er „von Eranos zu Eranos“ lebe, die Tagung im späten August war immer der Höhepunkt des Jahres, für ihn wie für viele andere.[3] Als er, in einem kritischen Moment 1979, nicht mehr in der Lage war, den Schlussvortrag zu geben, sprang Gershom Scholem, der grosse Kabbala-Kenner, ein und würdigte die Bedeutung von Portmann für Eranos als „eine Figur, die die Einheit des wissenschaftlichen Bewusstseins für uns alle von neuem lebendig machte. Die verschiedensten Themen, die in den Programmen scheinbar kaum zusammengehalten waren, wurden dennoch unmittelbar im Kontext einsichtig. Portmanns Schlussvortrag war jeweils das tiefe Eingehen eines philosophisch gebildeten Biologen auf Fragen, die uns alle interessierten. Wir lernten viel von ihm ...“.[4]

Von den anderen lernen, von dem zehren und sich anregen lassen, was andere an dieses festliche Mahl des Geistes mitbringen, das gehört zur Idee und zum Abenteuer von Eranos. Gelehrte ganz verschiedener Herkunft und Ausrichtung versammeln sich mehrere Tage lang an einem Ort, der schon von der Natur besonders begnadet ist. Sie sprechen in vielen Zungen – vier „offizielle“ Sprachen und viele inoffizielle – über ein vorher vereinbartes Thema, und sie sind ergriffen von ihrem Gegenstand; Olga Fröbe wollte ergriffene Redner, keine „Professoren“, obwohl sie alle Professoren hiessen (so wieder Gershom Scholem). Aber sie sind auch offen, den anderen Raum in der Meinungsvielfalt zu geben. Viel Raum, viel Zeit: zwei Stunden stehen für den Vortrag zur Verfügung („Diese zwei Stunden taten viel, um Menschen wie mich an diese Tagung zu fesseln“: so wieder G. Scholem, der sich durch die Tagungen bewegen liess, wieder deutsch zu publizieren, obwohl er es in einem Brief an Leo Strauss etwas verschämt als „schweizerisch“ bezeichnet), und dazu kommt die Diskussion, in der sich noch manches ergänzen und verdeutlichen lässt; im Idealfall gehört ein ganzer Tag einem Redner oder einer Rednerin. Wer das einmal erlebt hat, dem werden die üblichen Kongresse und Tagungen, bei denen man von Referat zu Referat hastet, ohne dass Zeit zum „Verdauen“ des Gehörten bleibt, noch unerträglicher. Dies allein schon macht die Eranos-Tagungen zu einer unverzichtbaren, unvergleichlichen Blüte in der kulturellen Landschaft.

Zur Qualität der Beiträge sei hier auf eine Aufzählung bedeutender Namen verzichtet, die kann man in den Jahrbüchern nachlesen, vor allem in der sehr ausführlichen Liste, die R. Ritsema für das Jahrbuch 1988 zusammengestellt hat. Ich möchte als ein Beispiel nur Shmuel Sambursky herausgreifen, der von 1966 bis 1980 fast regelmässig sprach (sein Fach war die Geschichte der Naturwissenschaften) und in einer unvergleichlichen Weise im ersten Teil seines Vortrags über neuplatonische Philosophie, im zweiten Teil über komplizierte Sachverhalte der neuesten Physik reden konnte, beides in einer plastischen und einfachen Sprache, die man ohne weiteres verstand.[5] Mit dieser geglückten Verbindung von Natur- und Geisteswissenschaft verkörperte er das Anliegen von Eranos besonders eindrücklich, und dazu kam noch die Ausstrahlung seiner liebenswürdigen Persönlichkeit. Das Ganze des Wissens und das Ganze des Menschlichen bilden den Horizont von Eranos, auch wenn an einer einzelnen Tagung niemals alle Aspekte des vorgegebenen Themas anklingen können. Aber die über 60 Bände unserer Jahrbücher stellen insgesamt ein Kompendium der Geistes- und Kulturgeschichte dar.

Ein Eranos-Vortrag soll alles andere sein als eine akademische Vorlesung. Der „ideale“ Redner sollte durch das Thema und die Art seines Vortrags sein Publikum fesseln, dazu auch seine persönliche Berührtheit spüren lassen. Eine Prise Esoterik und eine Prise Humor sind immer willkommene Zugaben, die einen Eranos-Beitrag schmackhaft machen; aber es darf nicht zu scharf „gewürzt“ sein, und niemals auf Kosten der sachlichen Zuverlässigkeit, Causerien sind bei Eranos nicht gefragt. Dafür werden hier auch Bereiche ernstgenommen, die am Rande oder sogar jenseits der Wissenschaft liegen, mag man sie nun „esoterisch“ oder anders nennen.[6] Und Eranos-Vorträge wollen auch ein ästhetischer Genuss sein, sie wollen zum Herzen sprechen; nichts ist hier verpönter als Fachidiome, wie sie in manchen Wissenschaften wuchern und einem Aussenstehenden oft den Zugang versperren.

„Thema und Einzelvorträge scheinen dem ersten Blick oft weit von der Aktualität abzuliegen“, sagte Portmann in seinem Vortrag „Vom Sinn der Eranos-Tagungen“, aber er fügte gleich hinzu, dass dieser Eindruck eine Täuschung ist. Hier kommen wir dem Abenteuer näher. Geheimnisvoll bleibt der Prozess, wie Eranos-Themen entstehen und sich nachträglich als überaus aktuell erweisen. Wir erleben das immer wieder, dass ganz spontan ein Thema hervortritt, mit dem sich alle identifizieren, zu dem ihnen sofort etwas aus ihrem Gebiet einfällt, und so formt sich bereits das nächste oder sogar übernächste Eranos.

Über das Ziel von Eranos hat die Begründerin an der ersten Tagung kurz und bündig gesagt: „Die Eranos-Tagungen haben sich das Ziel einer Vermittlung zwischen Ost und West gesetzt“, und die ersten Themen standen entsprechend ganz im Zeichen einer Ost-West-Begegnung. Dieses Ziel ist mit der Zeit etwas komplexer und umfassender geworden, und vor allem Adolf Portmann hat sich bemüht, es in Worte zu fassen, was nicht leicht ist.

Nach Portmann sind die Tagungen vor allem „dem archaischen Menschen gewidmet“, und er präzisiert: „Dieser archaische Mensch ist ein Mittelpunkt im Werk von Eranos seit der Gründung und bis zum heutigen Tag. Eranos hat die Vorstellung überwinden helfen, es sei dieses archaische Humane ein Beginn, auf den wir höchstens mit Rührung oder Achtung zurückblicken ... Eranos hat auf die Grösse und das Weiterbestehen dieses ursprünglichen Menschentums hingewiesen; die Bedeutung seiner geistigen Schöpferkraft und sein dauernder Anteil am künstlerischen Formen ist oft an den Tagungen am Langensee hervorgehoben worden“.

Diesem „archaischen“, schöpferischen Menschentum war gleichzeitig mit den Anfängen von Eranos auch Thomas Mann in seinem Joseph-Roman auf der Spur: dem Menschentum, das begnadet ist mit dem Doppelsegen „oben vom Himmel herab und von der Tiefe, die unten liegt“ und das allein dem Ungeist unserer Zeit begegnen kann. Dass Portmann gerade als Naturwissenschaftler so nachhaltig den Blick auf „das Dauernde im Menschen“ lenkt, hängt mit der Bedeutung zusammen, die der menschliche „Mediokosmos“, wie er ihn nennt, für ihn besitzt, gegenüber den ungeheuren Dimensionen im Makro- und Mikrokosmos, die die modernen Naturwissenschaften erschlossen haben und in denen das eigentlich Menschliche allzuleicht verloren geht. Dem „Mediokosmos“ des Menschen sollten, in seinen Augen, die Tagungen dienen, als ein „Werk der Stille“, geprägt durch die Ehrfurcht vor dem Menschen in seiner Natur wie in seiner Kultur.

Die Vielfalt des Menschengeistes in Vergangenheit und Gegenwart (und hoffentlich auch in Zukunft), Achtung vor seinen Schöpfungen in völlig verschiedenen Kultur- und Religionskreisen – das bildete von Anfang an den wesentlichen Inhalt der Tagungen, und dazu gehört auch die immer präsente Idee vom „Runden Tisch“, der gewissermassen unseren heiligen Gral bildet. Dieser Tisch, auch wenn er zumeist nur als Idee existiert und nur selten als Realität hervortritt, bringt die Vielfalt zusammen, auf einer Ebene sind alle einbezogen. Darauf zielt der Ausspruch von Jung beim Anblick einer Fotografie des Tisches mit leeren Stühlen: „Sie sind alle da“.

Zum Gelingen tragen aber noch viele andere Faktoren bei. Wichtig dabei ist, dass jeder Teilnehmer sich ganz auf diese Eranos-Zeit einstellt und durch nichts anderes ablenken lässt. Deshalb dienen die wenigen Veranstaltungen neben den Vorträgen und Diskussionen dem Ziel, die Teilnehmer zusammenzuführen – nicht, sie zu zerstreuen. Ein Konzertabend und ein gemeinsamer Ausflug geben Gelegenheit, alte Verbindungen aufzufrischen und neue zu knüpfen, Fragen weiter zu diskutieren. Die Oase des Monte Verità ist sicher gut geeignet, als bergender Rahmen zu dienen, aber auch der Kreuzgang des Collegio Papio ist uns lieb geworden, unvergleichlich aber bleibt die Atmosphäre des Gartens in Moscia, direkt am See.

Die zeitweilige Vertreibung aus diesem Garten bildet ja auch eines der Abenteuer von Eranos, und der 25. August 1988 wird für uns immer denkwürdig bleiben. Damals fand der letzte Vortrag des „alten“ Eranos statt, nachdem die Stiftung bzw. ihr einziger Vertreter, am Vorabend den Rednern erklärt hatte, die Arbeit der Stiftung würde in Zukunft ausschliesslich dem chinesischen Orakelbuch I Ching gelten, die Tagungen gäbe es nicht mehr. Nach allem, was über die Vielfalt des Menschlichen gesagt wurde, ist klar, dass diese Verengung nicht dem Geiste von Eranos entsprach und entspricht. Aber die einmütigen Proteste damals halfen nicht, die traditionellen Tagungen wurden aus Moscia verbannt und gingen für einige Jahre auf Wanderschaft, bis sie im April 2001 nach Moscia zurückkehren und verwandelt wieder auferstehen konnten. Die Möglichkeit einer Rückkehr zu den Ursprüngen kam gerade im richtigen Moment, als die Tagungen der „Amici di Eranos“ auf dem Monte Verità zu akademischen Seminaren verfremdet wurden und in technischem Aufwand zu ersticken drohten. Dabei hatte schon Olga Fröbe betont, dass sich ein Eranos nicht organisieren lasse, es müsse organisch wachsen. Mehr Einfachheit, mehr Menschlichkeit sind angesagt, um dem Geist von Eranos wieder Raum zu geben.

Die Vermittlung zwischen Ost und West, die das ursprüngliche Ziel der Tagungen war, hat Eranos in der letzten Zeit wieder stärker geprägt und uns damit zu den Anfängen zurückgeführt. Annemarie Schimmel, die bis zu ihrem Tod so unermüdlich für das Verständnis der islamischen Geisteswelt geworben hat, bestätigte immer neu Goethes dictum „Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“. In ihrer Person wurden sie zu beglückender Einheit.

Jede Generation muss neu ihr Eranos finden, immer wieder in verwandelter Gestalt. Es gibt eine Überlieferung, dass bereits Olga Fröbe nach den ersten Tagungen wieder abbrechen wollte, aber von den Teilnehmern überredet wurde, weiterzumachen. Solche Anfechtungen gab es auch im Umkreis der 50. Tagung, aber auch sie wurde nicht die letzte. Am Anfang standen zum Teil noch Universalgelehrte wie Sambursky, die mehrere Fachgebiete gleichzeitig souverän überblickten und den Zuhörern vermitteln konnten. In unserer Generation müssen wir schon froh sein, wenn ein Gelehrter noch das Gesamtgebiet seines eigenen Faches überschaut; die Spezialisierung schreitet unaufhaltsam voran, und nach einer bekannten Definition ist ein Spezialist „ein Mensch, der über immer weniger immer mehr weiss, bis er zuletzt über nichts alles weiss“.

Hier liegt das Problem, auch für die Zukunft unserer Universitäten. Es gilt, ein Zusammenwirken der Fächer zu finden, das dieser Spezialisierung oder „Provinzialisierung“ (wie es David Carrasco nennt) gegensteuert. In Zukunft wird es immer mehr darauf ankommen, dass die auseinander driftenden Fachgebiete wieder zusammenkommen und zusammenwirken. Eranos ist, durch die Vielzahl der Sprachen und die Vielzahl der beteiligten Fächer, ein Versuch dazu, der vielleicht die Richtung weisen kann. Es lenkt bewusst den Blick auf ganz andere Kulturen und Zeiten, es zwingt dazu, sich mit ganz anderen Dingen als den gewohnten zu beschäftigen, und dies ist wohl das wirksamste Gegengift gegen die Spezialisierung.

Das Thema „Schuld“ von 1996 bietet ein gutes Beispiel für diesen heilsam-fördernden Zwang. Wir sehen, wie mit Schuld in ganz anderen Kulturen und Bereichen umgegangen wird, können unser eigenes Vorverständnis dadurch relativieren oder auch präzisieren. Wir müssen nur bereit und offen sein, die vielfachen Anregungen aufzunehmen und für uns fruchtbar zu machen. Wesentlich ist das Offene an Eranos. Es hat hier nie eine herrschende Doktrin, eine herrschende religiöse Einstellung gegeben, vielmehr ging es stets um Begegnung zwischen den verschiedenen Standpunkten, Ansichten und Methoden. Deshalb braucht Eranos das kollektive Zusammenwirken von ganz verschiedenartigen Persönlichkeiten.

Alles Lebendige ist aus dem Feuchten entsprungen. So ist der See der belebende Hintergrund der Zusammenkünfte. Im alten Vortragssaal übertönt manchmal das Rauschen der Wellen oder die Heftigkeit eines Tessiner Regens die Worte des Redners. Dazu kommt das Licht über dem See und auf den Hängen, kommt der Blick auf die üppige Vegetation und in die südliche Weite, in die Vielfalt dieser Landschaft, die in so schöner Entsprechung zur Vielfalt der geistigen Beiträge steht. Eranos gehört zu Ascona, es könnte an keinen anderen Ort verpflanzt werden. Daher wollte ja auch Walter Robert Corti seine erneuerte „Platonische“ Akademie in Ascona ansiedeln.

Zum 25. Jahrestag von Eranos erschien im Rhein-Verlag ein schmaler Band, in welchem die damaligen Redner und Mitträger von Eranos jeweils in wenigen Sätzen ihre Huldigung an diese Idee formulierten. Ich möchte mit den damaligen Worten von Mircea Eliade schliessen:

„L’Eranos d’Ascona compte aujourd’hui parmi les phénomènes culturels les plus importants de l’Europe. Je suis fier d’y participer!“.

Möge es so bleiben!

 

Anmerkungen

[1]   Vgl. den gleichnamigen Katalog der Ausstellung. 1981 wurde ein Teil der Ausstellung in der Casa Anatta zugänglich gemacht.

[2]   Ausführlich sind Entstehung und Geschichte von Eranos jetzt dokumentiert in dem gründlich recherchierten Buch von Hans Thomas Hakl, Der verborgene Geist von Eranos. Unbekannte Begegnungen von Wissenschaft und Esoterik, Bretten 2001.

[3]    Vgl. meinen Beitrag „Portmann und Eranos“ in einem Portmann gewidmeten Heft der uni nova (Basel), 79/80, Mai 1997, S. 112-113 (mit Tilo Schabert).

[4]    Die Würdigung findet sich in Scholems Beitrag „Identifizierung und Distanz. Ein Rückblick“ im Jahrbuch Eranos 48 (1979), S. 463-467.

[5]    Zehn seiner Eranos-Vorträge enthält der Sammelband Naturerkenntnis und Weltbild, der 1977 im Artemis Verlag Zurüch und München erschien.

[6]    Gerade die esoterische Seite von Eranos und seine Bedeutung für die immer noch seltene akademische Auseinandersetzung mit Esoterik sind in dem Anm. 3 genannten Buch von Hakl vorzüglich herausgearbeitet.

 

 

WAS IST SO BESONDERS AN ERANOS?

von Hans Thomas Hakl

 

Tagungen, wo man qualifizierte Vortragende hören kann, gibt es in zahlreichen Formen und zu allen nur vorstellbaren Themenkreisen. Worin liegt also das Besondere, wenn nicht gar Faszinierende an Eranos, von dem der vielleicht bedeutendste Religionswissenschaftler des 20. Jahrhunderts, Mircea Eliade, sagte: „Ascona und die Eranosgruppe faszinierten mich von Anfang an“? Und es kann sich nur um etwas ganz Besonderes handeln, das Eranos von 1933 - über einen fürchterlichen Weltkrieg und den Tod der „Gründergeneration“ hinweg - bis heute am Leben zu erhalten vermochte. Was also erweckt Eranos tief im Menschen, so dass es ihn gleichsam nach Eranos „drängt“, ja dass Eranos für ihn, wie es der Basler Naturwissenschaftler Adolf Portmann ausdrückte, gar „schicksalhaft“ und zum „Zentrum des innersten Lebens“ werden konnte?  

Die Geschichte von Eranos wird nicht alle Antworten geben, aber einige Hinweise darauf mit Sicherheit. Entstanden sind die Tagungen primär aus der Suche der in London geborenen Holländerin Olga Fröbe-Kapteyn nach einem Ausweg aus - sagen wir es offen – großer seelischer und spiritueller Not. Und wie viele in ähnlicher Lage suchte die künstlerisch begabte und vielsprachige Frau überall und immer drängender nach Antworten. Zuerst in der Kunst und Literatur und dann in der Spiritualität des Fernen Ostens. Von der Theosophie gelangte sie zu Meditation und Yoga. Durch die Zeitschrift Yoga – Internationale Zeitschrift für wissenschaftliche Yogaforschung, in deren Herausgeberkomitee Namen wie Helmuth von Glasenapp, Jakob Wilhelm Hauer, Walter Evans-Wentz, Arthur Avalon und Heinrich Zimmer aufschienen, kam sie in Kontakt mit einigen der führenden Forscher auf diesem Gebiet. Carl Gustav Jung hatte sie wahrscheinlich bei einer Tagung der „Schule der Weisheit“ von Hermann Graf Keyserling kennen gelernt. Weitere Religionswissenschaftler und da vor allem Rudolf Otto sowie Psychotherapeuten kamen bald hinzu. Mit solchen Leuten wollte sie nun Tagungen organisieren, um Antworten auf die quälenden Fragen zu bekommen, die sie sicher war, mit vielen, vielen anderen Leidensgenossinnen und –genossen zu teilen. 

Hier haben wir bereits einen der wichtigsten Schlüssel für das Besondere an Eranos. Frau Fröbe wollte Fachleute, die sich mit den Urfragen der Menschheit und mit den Wegen aus dem allgemein menschlichen Leid beschäftigten: Religionswissenschaftler, Philosophen und Psychotherapeuten. Und da sie überzeugt war, für diese große Aufgabe Hilfe von überall zu benötigen, suchte sie nicht nur moderne abendländische Lösungen, sondern wollte auch den Osten mit seiner uralten Weisheit einbinden. Eine „Begegnungsstätte zwischen Ost und West“ nannte sie deshalb Eranos zu Beginn. Aber auch die abendländische Antike mit ihrer so anderen Religions- und Lebensauffassung konnte Lösungen bieten. Ost-West, Antike-Moderne: das waren also die weitfassenden Koordinaten ihres Denkens. Darin lag noch eine weitere Koordinate verborgen, nämlich diejenige, die Geist und Seele einen sollte. Wissenschaftliches Denken, das einer genauen Methodik gehorchen muss, verbunden mit dem pulsierenden Leben der Seele, das sich nicht nur in schönen, sondern auch in furchterregenden Bildern manifestiert. Das Ziel: Der Mensch als „Ganzheit“, so wie er sich in manchen alten Mythen darstellt.

Der Frau Fröbe nachfolgende langjährige Präsident von Eranos, Adolf Portmann, sprach zusammenfassend von einem „archaischen Geistesgut“. Die Pflege dieser archaischen Weltsicht geschehe aber nicht, wie er es formulierte, aus einer „prinzipiellen Gegenstellung“ zur rationalen Weltauffassung, sondern weil „hier die Harmonie von rationalem und irrationalem Erleben reiner und reicher sich zeigt, weil hier die schöpferischen Mächte in ihren mächtigsten Zeugnissen von der Größe des Geistigen künden und so auf Heilkräfte hinweisen, die zu verlieren wir in Gefahr sind - ja, die viele Menschen des Abendlandes in erschreckendem Ausmaß bereits aus dem Blick….verloren haben.“ Und er meint, dass Eranos „wieder ahnen lässt, was eine Sakralisierung des ganzen Lebens und des Kosmos an Geborgenheit und Größe des Lebensgefühls zu schenken vermag.“  

Eine solche - im Idealfall gelungene - Synthese, geschöpft aus einem möglichst breiten Erfahrungsschatz aus der gesamten Menschheitsgeschichte sowie allen Kontinenten, aufbereitet durch moderne wissenschaftliche Methoden und einfühlend nachempfunden, muss natürlich anders auf den Menschen wirken als eine rein positivistische und abstrahierende Geisteshaltung, die das seelische Erleben auf die Seite schiebt. Und wie strebt man eine solche Synthese an? Neben den Fakten und Analysen muss auch ein eher bildhaftes, analoges und die Zuhörer miteinschließendes „mythisches“ Denken zum Tragen kommen, denn nur dieses vermag die Seele anzusprechen und sie an ihr besonderes Wesen zu erinnern. Die Eranos-Vorträge haben, wenn sie gelingen, somit immer etwas „Magisches“ an sich. Wiederum im Idealfall vermag dann unser inneres Wesen mit dem Inhalt des Vortrages mitzuschwingen wie die Saite eines Musikinstruments. So wird aus einem abstrakten Sachverhalt etwas, das ich ganz persönlich geistig und seelisch zu nützen vermag.  

Was sonst noch ist „anders“ an den Eranos-Tagungen?  Vor allem gibt es mehr Muße. Qualität steht vor Quantität, denn die Vortragenden sollen genügend Zeit zur Verfügung haben,  um ihre Gedanken organisch und in Ruhe zu entwickeln, so dass die Zuhörer tatsächlich geistig und emotional folgen können. Daher sind die Vorlesungen auch in zwei Abschnitte geteilt, mit einer Pause dazwischen. Die Vortragenden – das war allerdings in der Anfangszeit nicht so – sind zudem bereit, auf die Fragen des Publikums ausführlich einzugehen. Gemeinsames Essen und an bestimmten Tagen gemeinsames Musikhören und manchmal gemeinsame Ausflüge in die Umgebung  sollen auch freundschaftliche Bande erleichtern. Es geht eben immer um den „ganzen“ Menschen. Die Vielfalt der Besucher und Besucherinnen aus den unterschiedlichsten Ländern trägt ebenfalls zur Bereicherung bei.  
   
In einer Zeit, wo viele einen gewalttätigen Zusammenprall der Kulturen  befürchten und manche leider auch darauf hinarbeiten, wird bei Eranos – und das war sogar während des II. Weltkrieges der Fall – das Gemeinsame der verschiedenen Kulturen in den Vordergrund gestellt. Insbesondere die in allen Kulturen und zu allen Zeiten nachzuweisende Suche  nach den spirituellen Wurzeln des Menschseins, da diese  „wahren“ Frieden im umfassendsten Sinne verheißen. Und diese Suche wendet sich eben auch nach „innen“. Nur wer sich  auf das „Innere“ einlässt, vermag zwischen Kulturen, Epochen und wissenschaftlichen Disziplinen zu vermitteln, wie es das erklärte Ziel von Eranos ist. Denn im „Inneren“ finden wir das alle Menschen zutiefst Verbindende, das in zahllosen Ausdrucksformen immer dasselbe Eine ist.

Dieses „Eine“ lässt sich sprachlich-logisch nicht erfassen, man kann es nur umkreisen, wie C.G. Jung meinte. Oder vielleicht auch „umtanzen“. Was uns zu Olga Fröbe-Kapteyns Erklärung führt, wonach Eranos ein „Tanz“ sei, „der bleibt, selbst wenn die einzelnen Tänzer weitergehen“. Der Tanz als Ausdruck von Lebensfreude und Festtagsstimmung hingegen lässt vor unseren Augen das sonnenbeschienene Ascona erstehen, wo Eranos geboren wurde und weiterlebt. Diese Stadt, an Berg und See geschmiegt, ist eben gleichfalls etwas ganz Besonderes an diesen Tagungen. Der berühmte genius loci von Eranos, dem zu Ehren im Garten der Frau Fröbe eine Stele errichtet worden ist, wusste augenscheinlich, welchen Ort er für seine Manifestation erwählte.

Eranostage sollen eben Festtage für Geist und Seele sein.

Hans Thomas Hakl

 

PS. Wer mehr über die Geschichte und Hintergründe von Eranos erfahren möchte, sei auf das Buch von Hans Thomas Hakl, Der verborgene Geist von Eranos. Unbekannte Begegnungen von Wissenschaft und Esoterik, Bretten, Scientia nova 2001,
http://www.scientia-nova.de/ verwiesen.

Eine erweiterte englische Ausgabe ist bei Equinox Publishing, London,
http://www.equinoxpub.com/ für 2007 vorgesehen.

Ebenso für 2007 geplant ist eine erweiterte italienische Ausgabe bei Edizioni Magi in Rom,
http://www.magiedizioni.com/

 

 

 

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